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Steinmann, Irina. Wittenberg im Netz der IBA. Im Vorfeld der Bauausstellung 2010 befassen sich Experten mit der Frage Hochschulstandorten. Mitteldeutsche Zeitung. September 19, 2008.

Wittenberg im Netz der IBA. Im Vorfeld der Bauausstellung 2010 befassen sich Experten mit der Frage Hochschulstandorten.

Am Ende, als vieles gesagt ist und mancher ein bisschen verloren dasteht auf dem anderthalb Stunden lang beackerten "weiten Feld", stellt die Moderatorin einen Anspruch in den Raum, der in dieser Deutlichkeit noch kaum angekommen sein dürfte in der lokalen Öffentlichkeit: "Wie", fragt also Dr. Sonja Beeck, "kriegt man eine der größten Bildungsoffensiven in Deutschland, ja vielleicht sogar in Europa hin?"

Die Rede ist vom Wittenberger Beitrag zur Internationalen Bauausstellung (IBA) 2010: Durch Vernetzung und Ausbau der örtlichen Bildungsangebote und Forschungsmöglichkeiten will die schrumpfende Stadt "Bewohner auf Zeit", sprich Studenten und Wissenschaftler, in ihre alten Mauern locken. Ob bzw. wie das ohne eine Hochschule funktionieren kann, war Thema einer Expertenrunde auf dem 5. Internationalen Kongress der IBA Stadtumbau am Donnerstagabend im Lutherhaus.

Die IBA-Statistik weist für Wittenberg immerhin 135 Institutionen, Organisationen und Vereine aus, die - im weitesten Sinne - mit Bildung zu tun haben und folglich unter dem Dach der "Campus"-Idee zu vernetzen wären, während parallel die dazu benötigten Gebäude hergerichtet werden, wofür das Land gerade erst wieder fast sechs Millionen herübergereicht hat.

Von einem Prozess "ohne Beispiel" irgendwo sonst in der Welt spricht der Direktor des in Wittenberg ansässigen Instituts für Hochschulforschung (Hof), Dr. Peer Pasternack. Das Fehlen einer (staatlichen) Hochschule begrenze die Rahmenbedingungen, andererseits sollte man sich keine Hoffnungen machen, dass eine private Hochschule (selbst wenn sie käme) diese Lücke komplett füllen könnte. Er warnte davor, dass der Dachverein "Campus" irgendwann an seine Grenzen stoßen könnte.

Auf den unabdingbaren Einsatz des Internets verweist Prof. Hendrik Speck vom Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik an der FH Kaiserslautern. Am Beispiel des Schweizer "Bergdorfes" Saas Fee, heute Sitz der privaten "European Graduate School", zeigt der gebürtige Hallenser und Absolvent der Martin-Luther-Universität, wie man trommelt, damit einen die Welt bemerkt: indem man etwa komplette Vorlesungen aufzeichnet und ins www stellt. Anders gesagt: "Ein Buch, das nicht bei Amazon drin ist, existiert nicht." Der weltgereiste Professor ist es auch, der die IBA-Stadt Wittenberg auf einen handfesten Infrastruktur-Vorteil hinweist: "Sie sind nur 40 Minuten von Berlin entfernt." Ein Klacks, im Weltmaßstab.

So richtig handfest wird es allerdings selten zwischen all den Beschwörungen des "Genius loci" eines geschichtsträchtigen Ortes und der "Neucodierung" als Bildungsstadt Wittenberg, was Bauhausdirektor und IBA-Geschäftsführer Prof. Dr. Omar Akbar "spannend" nennt und von einer "wunderbaren Dialektik" spricht. Warum nicht, fragt Akbar, die Restaurants der Stadt zu einer "Mensa" vernetzen, wo hungrige Wissenschaftler preiswert essen können? Der Forscher von heute hantiert nicht mehr gerne mit Findbüchern, wenn er ein bestimmtes Dokument sucht, verweist Pasternack auf die Notwendigkeit einer Zusammenführung aller Sammlungsbestände im Netz. Zusammenbringen könnte man im Internet schließlich auch, malt Pasternack einen "Tagtraum" aus, alle ehemaligen Wittenberger, die weiterhin Interesse an ihrer Heimatstadt haben. Diese Community würde virtuell schaffen, was in der Realität eben kaum mehr möglich scheint: das Schrumpfen zu stoppen - und zudem als Stadt "potenziell überall präsent zu sein". Mit der begonnenen Digitalisierung von Gebäuden ist, darauf verwies der Fachbereichsleiter Stadtentwicklung Jochen Kirchner, ein Schritt getan.

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Professor Hendrik Speck. 2007.

Prof. Hendrik Speck
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