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Neuhetzki, Thorsten Suchmaschinen: Mit Spezialschnüfflern im Internet suchen.Teltarif. August 24, 2006.

Suchmaschinen: Mit Spezialschnüfflern im Internet suchen

Vorsicht vor der Konzentration auf nur eine Suchmaschine

Die Informationsflut im Internet ist schier unendlich. Suchmaschinen sind dabei die Torwächter des Internets. Wer sich in den weltweiten Wirren des Datendschungels zurechtfinden will, kommt an ihnen kaum vorbei. Leider liefern die virtuellen Spürnasen nicht nur nützliche, sondern häufig auch wertlose Treffer, vermischt mit jeder Menge Werbung. Für bessere Ergebnisse empfehlen Experten den Einsatz von Spezialsuchdiensten, bestimmten Suchbefehlen und vor allem: präzise Anfragen.

Die meisten Nutzer durchforsten heutzutage das Netz mit der Suchmaschine Google. Doch gerade Google steht immer wieder in der Kritik mit seiner Suchmaschine ein sogenanntes "Googlepol" aufzubauen. Ein Großteil der Deutschen sucht seine Informationen im Internet mit Google. Doch nicht nur einfache Suchbegriffe können bei Google eingegeben werden: Mit Google News bietet das Portal auch Nachrichten und Suchmöglichkeiten in den Nachrichten und auch eine E-Mail-Funktion hat der Anbieter seit langem integriert. Das Problem bei allen Suchmaschinen und somit auch beim Platzhirsch Google: Die Suchmaschine entscheidet, was angezeigt wird. "Suchmaschinen entscheiden nicht, welche Informationen sich im Internet befinden", sagt Hendrik Speck, Professor für Informatik und digitale Medien gegenüber dem NDR-Medienmagazin zapp. "Aber sie entscheiden, wie diese Informationen gefunden werden." Wenn also beispielsweise Google nicht will, dass bestimmte Informationen verbreitet werden, hätte das Unternehmen gute Chancen, dieses auch durchzusetzen.

Suchmaschinen haben die Macht der Informationsfilterung

"Wir glauben an Meinungsfreiheit, nicht an Zensur", sagt Google-Sprecher Stefan Keuchel. Gesperrt würden daher nur Seiten, die verboten sind. Orientierung biete eine Liste mit rund 1 000 Internetadressen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Auch in China verfahre das Unternehmen so. Dort dürfen keine Treffer zum Massaker auf dem Tiananmenplatz oder zum Einmarsch in Tibet erscheinen. Kritiker sprechen von einem "willfährigen Ausblenden regimekritischer Inhalte". Wer sich nicht an die Regeln des jeweiligen Landes halte, könne dort keine Seite betreiben, hält Keuchel dagegen. In China war die unzensierte Google- Seite im Juni zeitweise blockiert.

Aufgrund der möglichen Zensur-Szenarien kann ein Blick auf andere Suchmaschinen nicht schaden. Das gilt vor allem dann, wenn sensible Informationen gesucht werden oder die gefundenen Daten hieb- und stichfest sein müssen. Die eine richtige Suchmaschine gibt es nicht. Jeder Suchdienst bewertet die Bedeutung von Internetseiten anders - auch deswegen unterscheiden sich die Trefferlisten zum Teil stark.

"Suchmaschine" heißt nicht automatisch "Google"

Was viele nicht wissen: Neben den drei großen allgemeinen Suchmaschinen Google, Yahoo und MSN gibt es Hunderte weitere kleinere Suchdienste. Für eine erschöpfende Suche muss man immer mehrere nehmen. So genannte Meta-Suchmaschinen nehmen dem Nutzer dabei die Arbeit ab. Der nichtkommerzielle Dienst Metager der Universität Hannover beispielsweise durchsucht rund 30 deutschsprachige Quellen auf einmal. Allerdings ist die Übersichtlichkeit nicht die allerbeste. Immerhin gibt Metager an, bei welchen Suchmaschinen das Ergebnis gefunden wurde. Auch die Reihenfolge der Suchergebnisse ist für passionierte Google-Nutzer erst einmal ungewohnt.

Durch die Volltextsuchmaschinen etwas aus der Mode gekommen sind Webkataloge. Die redaktionell aufbereiteten Linkverzeichnisse bieten aber je nach Pflege einen guten Überblick zu verschiedenen Themengebieten. Als größter deutscher Webkatalog gilt www.allesklar.de.

Wie bedient man die Suchmaschine richtig?

Jede Antwort ist aber nur so gut wie die Frage. Je mehr Suchbegriffe genannt werden, desto größer ist die Chance, auf Verwertbares zu stoßen. Immer wieder füttern Nutzer die Eingabemaske mit ziemlich vagen Hinweisen, sagt Stefan Karzauninkat vom Suchmaschinenbetreiber Seekport in Hamburg. Doch eine erfolgreiche Suche will wohlüberlegt und vorbereitet sein, erklärt der Autor des Ratgebers Die Suchfibel. "Zunächst sollten Nutzer klären, was sie schon wissen und noch wissen wollen. Daraus ergibt sich wie und wen man fragen kann", erklärt Karzauninkat.

Wer zum Beispiel ein Benutzerhandbuch für ein bestimmtes Gerät sucht, werde mit der Eingabe der Bezeichnung und dem Begriff "Bedienungsanleitung" möglicherweise nur Werbeangebote erhalten aber nicht die Fundstelle. Hilfreich könne dann zum Beispiel die Ergänzung "Forum" sein, weil vielleicht jemand in irgendeiner Diskussionsrunde im Netz schon mal nach der gleichen Antwort gesucht hat. "Sich zu überlegen, wo die Antwort stehen könnte, kann entscheidend sein", rät Karzauninkat.

Gefährlich: Suchmaschinen werden manipuliert

Natürlich liegt es nicht nur an den Internetsurfern, wenn Sinnloses, tote Links oder gar Werbemüll die Sicht auf nützliche Informationen versperren. Suchmaschinenunternehmen leben von Online-Reklame, zudem versuchen Webseitenbetreiber mit gezielten Tricks, ihre Inhalte möglichst prominent in den Trefferlisten zu platzieren. Man kann Suchmaschinen leicht austricksen "Sie werden jeden Tag manipuliert, bei manchen klappt das besser, bei anderen schlechter", so Stefan Karzauninkat.

Welche Logik hinter Suchmaschinen stecke, sei weitgehend unbekannt. Google zum Beispiel ordnet nach eigenen Angaben 200 Kriterien, die in einem komplexen Algorithmus ausgewertet werden. Vor allem ist wohl wichtig, wie viele andere Seiten auf die eigene verweisen. Kaufen lasse sich die Platzierung nicht, versichert Keuchel. Geld verdiene Google ausschließlich mit Anzeigenspalten, in denen Werbe-Links passend zum eingegebenen Suchbegriff erscheinen.

Wer sich nicht durch lange Trefferlisten zu den gewünschten Informationen klicken will, kann mit speziellen Befehlen seine Suche eingrenzen. Sie lauten bei den meisten Diensten ähnlich. Wer nach Namen oder zusammenhängenden Begriffen sucht, sollte sie in Anführungszeichen setzen. Dann stehen die Begriffe nicht über das Dokument verteilt, sondern direkt in der Reihenfolge wie sie angegeben wurden

Ebenfalls hilfreich kann die Verwendung eines Minuszeichens vor einem unerwünschten Begriff sein. Damit lassen sich zum Beispiel Reklametreffer ausschließen, wenn sich herausstellt, dass bei einer Suche immer wieder Preisvergleichs-Seiten oder Online-Shops mit den gleichen Werbe-Vokabeln auftauchen. Alternativ zu der Eingabe der so genannten Operatoren per Hand können Nutzer auch die "Erweiterte Suche" verwenden, wo jene Befehle meist automatisch integriert sind.

Spezialsuchmaschinen für bestimmte Inhalte

Gezielter stöbern lässt sich in den vielen Spezialsuchdiensten. Sie lohnen, wenn regelmäßig Informationen in bestimmten Wissensbereichen gesucht werden. Die Spezialsuchdienste decken nur einen kleinen Teil des Internets ab und führen zu Seiten, die sich nicht selten exotischen Inhalten widmen. Sie sind etwa Anlaufpunkte für Modellbahner (www.bahnsuche.de), Hundefreunde (www.hundejo.de) oder DDR-Nostalgiker (www.ddr-suche.de). Auch für wissenschaftlich Interessierte gibt es viele Suchdienste, zum Beispiel www.forschungsportal.net oder www.biologie.de. Die Spezialschnüffler lassen sich ebenfalls mit Suchmaschinen finden. Viele Links bieten etwa die Seiten www.klug-suchen.de und www.searchcode.de.

Fazit: Nicht blindlings auf Suchmaschinen vertrauen

Wer nur grobe Informationen sucht, von denen nichts abhängt, der kann Suchmaschinen in den meisten Fällen vertrauen. Allerdings: Wer diese Informationen weiterverbreiten möchte, sollte wissen, welchen Quellen er vertrauen kann. Ist dieses nicht bekannt, sollten die Suchergebnisse durch weitere Suchmaschinen verifiziert werden. Bei inhaltlich heiklen Themen kann zudem ein Abgleich mit Medien jenseits des Internets nicht schaden. Denn nicht nur Suchmaschinen können für gezielt gesteuerte Informationen sorgen - auch die verschiedenen Seitenbetreiber könnten entsprechende Fehlinfos streuen.

Links in diesem Artikel:

Anbieter-Info: Yahoo - http://www.teltarif.de/a/yahoo/
Extern: Die Suchfibel - http://www.suchfibel.de/
Extern: Google - http://www.google.de/
Extern: Google News - http://news.google.de/
Extern: Metager - http://www.metager.de/
Extern: MSN - http://www.msn.de/
Extern: Seekport - http://www.seekport.de/
Extern: www.allesklar.de. - http://www.allesklar.de/
Extern: www.bahnsuche.de - http://www.bahnsuche.de/
Extern: www.biologie.de - http://www.biologie.de/
Extern: www.ddr-suche.de - http://www.ddr-suche.de/
Extern: www.forschungsportal.net - http://www.forschungsportal.net/
Extern: www.hundejo.de - http://www.hundejo.de/
Extern: www.klug-suchen.de - http://www.klug-suchen.de/
Extern: www.searchcode.de - http://www.searchcode.de/
Extern: zapp - http://www.ndr.de/zapp/
Online-Shops - http://www.teltarif.de/internet/sicherheit/online-shop.html
Preisvergleichs-Seiten - http://www.teltarif.de/internet/preisvergleich.html

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Professor Hendrik Speck. 2007.

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