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Grub, Elvira. "Mit dem 'HelloWorld Network' zu informationeller Selbstbestimmung. Projekt gewinnt Zukunftspreis Kommunikation." Rundschau. FH Kaiserslautern. 2008.

Mit dem „HelloWorld Network“ zu informationeller Selbstbestimmung. Projekt gewinnt Zukunftspreis Kommunikation

Soziale Netzwerke im Internet werden immer beliebter. Die Folge: Immer mehr Menschen geben laufend unzählige - teils sehr persönliche - Informationen über sich preis, die zentral bei den Anbietern liegen und ein hohes Missbrauchspotenzial in sich bergen. Das "HelloWorld Network", ein Forschungsprojekt unter Leitung von Professor Hendrik Speck, will die informationelle Selbstbestimmung durch sichere und verteilte Datenhaltung in sozialen Netzwerken gewährleisten. Die Entscheidung, was mit seinen Daten passiert, liegt damit einzig und allein beim Anwender und nicht beim Anbieter, der die Daten z.B. für gezielte Marktanalysen zu Werbezwecken missbrauchen kann. "HelloWorld Network" bietet ein Protokoll für soziale Netzwerke, mit dem es möglich wird, verteilt seine sozialen Kontakte zu pflegen und zudem die Datensicherheit zu gewährleisten.

Mit diesem Projekt belegten vier aktiv mitarbeitende Studierende aus dem Studiengang Digitale Medien am Studienort Zweibrücken der Fachhochschule Kaiserslautern den mit 3000 Euro dotierten ersten Platz beim Zukunftspreis Kommunikation. Gefragt waren beim Wettbewerb, den der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e.V. (DVPT) ausgelobt hat, Vorschläge, die bereichsübergreifend zeigen sollten, wie eine Gesellschaft mit den sich verändernden Kommunikationsmöglichkeiten umgeht und diese anwenden kann.

Die Studierenden Markus Ackermann, Krister Hymon, Benjamin Ludwig und Kai Wilhelm stellten Ende Oktober ihr Projekt auf Deutschlands wichtigster Kongressmesse für die zusammenwachsenden IT- und Telekommunikationsmärkte, der VO.IP Germany 2008 in Frankfurt am Main vor. Sie konnten sich damit auch in der Endausscheidung gegen weitere geladene Mitbewerber durchsetzen.

Professor Hendrik Speck beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren gemeinsam mit Studierenden mit dem Thema Onlinemarketing. Dabei hatte er schon unschöne Erlebnisse mit Anbietern, deren unfeinen Methoden, sich die Kontaktdaten potentieller Kunden zu beschaffen, man auf die Schliche gekommen war. Aus dieser negativen Erfahrung heraus wurde die Idee geboren, ein eigenes Netzwerk zu konzipieren, in dem persönliche Daten sicher sind. Darauf zu vertrauen, dass Daten, die zentral gespeichert werden geschützt sind, hält der IT-Experte für sehr naiv: „Das ist, als würden Sie jedem Deppen eine Kopie Ihres Personalausweises in die Hand drücken und ihn darum bitten, sorgsam mit den Daten umzugehen.“ Zu viele Skandale habe es schon gegeben, meint Speck und fragt „wie viele Datenschutzpannen brauchen wir noch, bis ein Umdenken stattfindet?“ Zurzeit scheint aber eine gewisse Sensibilität vorhanden zu sein. Denn die Resonanz auf die Präsentationen bei der VO.IP Germany 2008 in Frankfurt und der Creative Industries Summit in Offenbach sei „überwältigend positiv“ gewesen.

Das war auch der Eindruck von Kai Wilhelm, einem der vier Preisträger des Zukunftspreises. Die Möglichkeit, auf großen Messen, wie in Frankfurt, wo 76 Aussteller vertreten waren, zu präsentieren, schildert er als wertvolle Erfahrung. „Wir hatten einen eigenen Bereich an einem guten Platz und konnten medial auf uns aufmerksam machen.“ Zur Präsentation hatten sie ein selbst produziertes Aufklärungsvideo mitgebracht, das satirisch angelehnt an die Kindersendung „Löwenzahn“ mit Peter Lustig, auf leicht verständliche und unterhaltsame Weise das „HelloWorld Network“ erklärt.

Der Schutz der Daten soll bei diesem Netzwerk dadurch gelingen, dass Daten nicht zentral, sondern dezentral gespeichert werden. Jeder Nutzer könne dabei seine Daten an einem Ort nach eigenem Belieben ablegen. Dabei würden die Daten nach dem so genannten Public-Key-Verfahren verschlüsselt. „Sie müssen sich das so vorstellen, erläutert Kai Wilhelm, „als ob Sie Ihre Daten in einer Schatztruhe verschließen und nur Sie allein bestimmen darüber, wer den Schlüssel erhält.“ Für Personen, die keinen Zugang erhalten, sind die Daten nicht lesbar. Dabei soll es möglich sein, verschiedene Profile für verschiedene Nutzergruppen zu erstellen, zum Beispiel eins für potentielle Geschäftspartner und eins für die Partnersuche. Damit es trotz dezentral abgelegter und verschlüsselter Daten gelingt, neue Kontakte zu knüpfen, besteht die Möglichkeit, sich in eine Art Telefonbuch einzutragen, in dem es verschiedene Rubriken, wie Dating, Sport oder Musik gibt und in das man sich mit seinen Profilen eintragen kann.

Zurzeit arbeite man an einer endnutzertauglichen Version des Ganzen, die sich auch aufs Mobiltelefon übertragen lässt. Hierfür kooperiert die Arbeitsgruppe mit verschiedenen Verbänden in Berlin. „Durch den Flugplatz in Zweibrücken haben wir ja kurze Wege“, freut sich Hendrik Speck. Und in Berlin befinden sich zurzeit auch die Studierenden Markus Ackermann, Benjamin Ludwig und Kai Wilhelm, wo sie ihr Praxissemester der Weiterentwicklung des "HelloWorld Network" widmen. Der vierte im Bunde, Krister Hymon verbringt sein Praxissemester am Staatlichen Fortbildungsinstitut für Bildungswesen in Finnland, im Bereich Webpräsenz/Videoproduktionen für interaktive Sprachsimulationen.

Weitere Informationen zum Projekt und Aufklärungsvideo unter: www.helloworld-network.org

Contact

Professor Hendrik Speck. 2007.

Prof. Hendrik Speck
University of Applied Sciences Kaiserslautern
Department of Computer Sciences
Amerikastrasse 1
66482 Zweibrücken
Germany

Office: Building O, Room O 017

E-Mail: Hendrik.Speck  (at) hs-kl (dot) de
Phone: +49 631 3724 5360

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