Press  »  Im Netz ist niemand sicher.

Liechtensteiner Vaterland. Im Netz ist niemand sicher. Liechtensteiner Vaterland. January 29, 2009.

Im Netz ist niemand sicher

Die Datenschutzstelle, das Institut für Wirtschaftsinformatik, Medientheoretiker Hendrik Speck, einige Studenten und weitere Interessierte nahmen gestern in der Hochschule soziale Netzwerke unter die Lupe.

Bedenkenlos nutzen zahlreiche Menschen täglich soziale Netzwerke, wie etwa Facebook, studiVZ oder MySpace: Es wird gechattet, Informationen ausgetauscht, persönliche Dinge preisgegeben, Bilder und Filme versendet. Aber sind wirklich nur «Freunde» in den entsprechenden Netzwerken vertreten?

Auf Gefahren hinweisen

Anlässlich des Europäischen Datenschutztages vom 28. Januar wurde an der Hochschule eine Umfrage zur Nutzung sozialer Netzwerke in Liechtenstein durchgeführt. Gestern Abend präsentierte Jan vom Brocke, Leiter des Institutes für Wirtschaftsinformatik die Ergebnisse im Auditorium der Hochchule an der öffentlichen Veranstaltung «Denn sie wissen nicht, was sie tun?! – Soziale Netzwerke unter der Lupe». Für das Thema Datenschutz sensibilisierte der Medientheoretiker Hendrik Speck. Als Professor für digitale Medien analysiert er mit seinen Studentinnen und Studenten an der Fachhochschule Kaiserslautern die Geschäftsmodelle und Sicherheitseinstellungen der verschiedenen Plattformen. Beim anschliessenden Apéro konnte man sich sogar selbst einen Einblick in das System der sozialen Netzwerken verschaffen.

Philipp Mittelberger, Leiter der Datenschutzstelle erwähnte in seiner Begrüssungsrede ausdrücklich: «Mit dieser Veranstaltung möchten wir nicht vor sozialen Netzwerken warnen, sondern auf bestehende Gefahren hinweisen.» Und dass Risiken bestehen, zeigen die Ergebnisse der Befragung der Studierenden an der Hochschule: 14 Prozent haben in Bezug auf die Sicherheit in sozialen Netzwerken bereits schlechte Erfahrungen gemacht.

Im Netz gefangen

Die Studie ergab ausserdem, dass die Nutzung sozialer Netzwerke auch hier zu Lande ein sehr relevantes Thema ist. Von den 303 Studentinnen und Studenten, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sind 90 Prozent bei einem sozialen Netzwerk angemeldet. Sicher 73 Prozent der User fühlen sich jedoch durch ihre Sicherheitsbedenken in der Nutzung eingeschränkt: Während viele eher sicher und seriöser erscheinende Plattformen, wie Facebook und Xinx, unter ihrem realen Namen benutzen, wird auf YouTube und MySpace öfters ein Pseudonym verwendet. Gemäss der Studie veröffentlichen nur 10 Prozent eigene Fotos auf Facebook.

Viele User sind sich dabei aber nicht bewusst, dass sie durch ihre sozialen Kontakte, ihre Aktivitäten und Vernetzungen im Internet viel besser identifiziert werden können als durch ihren realen Namen. «Es bringt Nutzern von sozialen Netzwerken nichts, ihren Namen zu verheimlichen, solange sie immer noch dieselben Freunde besitzen.» weiss Hendrik Speck.

Alle sind betroffen

Ausgeschlossen von den Gefahren sozialer Netzwerke sind nicht einmal Menschen, die sich nicht an diesen Plattformen beteiligen. Das Internet macht es möglich: Jeder kann beliebig Fotos, Kommentare und Gerüchte über einen Mitmeschen im Netz verbreiten. Sind Inhalte erst einmal ins Internet gestellt, sind sie für eine sehr lange Zeit auf der ganzen Welt verfügbar und kaum mehr zu löschen.

Contact

Professor Hendrik Speck. 2007.

Prof. Hendrik Speck
University of Applied Sciences Kaiserslautern
Department of Computer Sciences
Amerikastrasse 1
66482 Zweibrücken
Germany

Office: Building O, Room O 017

E-Mail: Hendrik.Speck  (at) hs-kl (dot) de
Phone: +49 631 3724 5360

Call Prof. Hendrik Speck with Sykpe Chat with Prof. Hendrik Speck

See Xing Profile of Prof. Hendrik Speck See Projects and Programs of Prof. Hendrik Speck

* Click here to View larger map.