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Heinemann, Christoph. Soziale Netzwerke im Internet. Guck mal, wer alles mitliest! Hamburger Morgenpost. September 9, 2008.

Guck mal, wer alles mitliest!

CHRISTOPH HEINEMANN

Kontakte knüpfen, Freundschaften pflegen oder Schulkumpels wiederfinden: Über 8,6 Millionen Deutsche sind bei Online-Netzwerken angemeldet - Tendenz rasant steigend. Doch das "Social Networking" birgt auch Risiken: Wer sich ungeniert mit persönlichen Daten und Vorlieben im Internet präsentiert, kann von Arbeitgebern, Betrügern und Werbefirmen ausgespäht werden. Die MOPO erklärt, wie Sie ihr Online-Profil vor unerwünschten "Mitlesern" schützen können.

- Wie funktionieren die Netzwerke?

Die meisten sozialen Netzwerke sind kostenlos, auf der Profilseite geben die Nutzer persönliche Daten, Vorlieben und Hobbys an. Auf jeder Profilseite befindet sich eine Pinnwand, auf der Nutzer kurze Grüße hinterlassen können. Zudem bieten die Netzwerke auch ein Mail-System. Darüber hinaus sind die Mitglieder der Online-Communitys oft in Gruppen organisiert.

- Welche Daten kann ich ohne Angst ins Internet stellen?

"Weder das eigene Geburtsdatum noch der Mädchenname der Mutter sollten veröffentlicht werden - das sind beliebte Passwörter, die schnell in die Hand von Datendieben fallen können", warnt Prof. Hendrick Speck, Experte für Interaktive Medien. Wer nicht geschäftlich in sozialen Netzwerken unterwegs ist, sollte sich im Internet nur unter einem Spitznamen darstellen und keine E-Mail-Adresse angeben.

- Wo lauern die größten Gefahren?

Nach einer Umfrage betreibt schon jeder vierte Arbeitgeber umfangreiche Recherche im Internet, bevor er einen Bewerber einstellt. Stellt man auf seinem Profil also feuchtfröhliche Fotos der letzten Party zur Verfügung, kann einen das jede Chance auf den Traumjob kosten. Und: "Das Internet vergisst nichts", mahnt der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Pikante Fotos und persönliche Angaben können problemlos kopiert werden und an anderer Stelle des Webs wieder auftauchen, auch wenn das Profil inzwischen gelöscht wurde.

- Wie kann man sich schützen?

Die Werbebranche zeigt großes Interesse an den boomenden Communitys. Einige Netzwerke geben schon jetzt persönliche Daten an Dritte weiter, die damit eine Übersicht über ihre Einkaufsgewohnheiten und Vorlieben gewinnen können. Deshalb: Vor der Anmeldung die allgemeinen Geschäftsbedingungen genau studieren und möglichst einen Anbieter wählen, der die Daten nicht weitergibt. Ist man bereits angemeldet, sollte man unbedingt selbst die Sicherheitseinstellung vornehmen. Diese finden sich meist unter "Profiloptionen" / "Privatsphäre": Hier kann der Nutzer festlegen, dass nur bestätigte Freunde seine Fotos, Daten und das Gästebuch einsehen dürfen. Achtung: Cyberkriminelle fertigen fingierte Profile samt Angaben zu Hobbys und Vorlieben an, laden das Bild einer jungen Frau hoch und verschicken wahllos Freundschaftsanfragen. Auf keinen Fall Freundschaftsanfragen von Personen bestätigen, die man nicht kennt! Die Web-Gauner verschaffen sich auf diesem Wege sensible Daten, die sie gewinnbringend weiterverkaufen.

Info:
Wer kennt wen? Ein Netzwerk für alle will "Wer kennt wen" (www.wer-kennt-wen.de) sein. Hier tummeln sich nicht nur Manager und Studenten, sondern auch Normalos jenseits der 40 und ihre Kinder. Obwohl die Seite erst 2006 aus der Taufe gehoben wurde, kommt das Netzwerk auf 3,5 Milliarden Klicks im Monat und ist damit drittbeliebteste Website Deutschlands. StudiVZ & SchülerVZ Für Studenten ist das StudiVZ (www.studivz.net) des Holtzbrink-Verlages die erste Wahl. Mittlerweile haben sich 5,6 Millionen Menschen angemeldet, die Nutzer plaudern online über Vorlesungen und treten scherzhaften Gruppen bei. Auch der Ende 2007 gegründete Ableger SchülerVZ (www.schuelervz.net) zählt schon 3,6 Millionen Mitglieder. Facebook Als Pionier unter den modernen Netzwerken gilt die Plattform Facebook (www.facebook.com), die schon seit 2004 besteht und weltweit bereits 80 Millionen Nutzer aller Alters- und Einkommensklassen zählt. Neben regionalen Bezirksgruppen verfügt Facebook auch über einen Marktplatz, auf dem Anzeigen geschaltet werden können. Xing Für die Pflege von Geschäftsbeziehungen hat sich Xing (www.xing.com) etabliert. Die 5,71 Millionen Nutzer suchen Jobs, Mitarbeiter oder Kunden. Viele Funktionen wie die erweiterte Suchfunktion stehen aber in der kostenlosen Version nicht zur Verfügung - die Premiummitgliedschaft mit allen Möglichkeiten kostet derzeit 5,95 Euro im Monat.

Contact

Professor Hendrik Speck. 2007.

Prof. Hendrik Speck
University of Applied Sciences Kaiserslautern
Department of Computer Sciences
Amerikastrasse 1
66482 Zweibrücken
Germany

Office: Building O, Room O 017

E-Mail: Hendrik.Speck  (at) hs-kl (dot) de
Phone: +49 631 3724 5360

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