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COLT Concret. Das Web-Portemonnaie ist da. COLT Concret. Colt Telekom GmbH. No. 02/2006.

Das Web-Portemonnaie ist da.

Elektronische Bezahldienste vereinfachen das Internet-Shopping.

Moderne E-Payment-Lösungen machen das virtuelle Bezahlen bei Web-Einkäufen inzwischen so sicher wie Geldüberweisungen beim Online-Banking. Und weil die bisherigen Verfahren über Vorkasse oder Kreditkartennummer viele Internetnutzer von Bestellungen abgehalten haben, versprechen sich die Händler von den neuen Bezahldiensten zusätzliche Impulse für das E-Commerce.

Immer häufiger klingelt es in den Kassen der Web-Shops. Satte 32 Milliarden Euro haben letztes Jahr die deutschen Internetnutzer dort bei ihren elektronischen Einkäufen gelassen. Das sind nach einer Studie des Marktforschungsinstituts EITO 43 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Und 2009, so die Prognose der Analysten, werden die Verbraucher bereits Waren und Dienstleistungen für über 110 Milliarden Euro per Mausklick bestellen.

Durch den immensen Zuwachs beim elektronischen Handel entwickeln sich auch die E-Payment-Dienste zu einem bedeutenden Wachstumsmarkt. Bislang dominieren noch Kreditkarten und Lastschriften als Zahlungsverfahren; sie machen aktuell über 90 Prozent des privaten E-Commerce-Transaktionsvolumens aus. Allerdings werden sie von einem Großteil der Internetnutzer immer noch skeptisch beäugt, weil bei der elektronischen Übermittlung von Kreditkartennummern Angst vor Missbrauch besteht und im Falle der Lastschriften eine Zahlung vor Erhalt der Ware vorgenommen wird.

Wachsender Markt für E-Payment

Dies wirkt sich auch als Bremse beim E-Commerce aus. So hat der zu eBay gehörende Anbieter PayPal gerade in einer Studie ermittelt, dass sich 38 Prozent der potenziellen Kunden in Deutschland mit dem Online-Kauf zurückhalten, weil ihnen die meisten bisherigen Bezahlverfahren nicht passen. Sie wünschen einen wirkungsvollen Schutz vor Betrug und schnellen Rechnungsausgleich, der dem Händler ein sofortiges Versenden der Ware ermöglicht.

Für knapp ein Viertel der Befragten steht zudem die Bequemlichkeit bei den Geldtransaktionen im Vordergrund. Aus diesem Grund gewinnen alternative Dienste zunehmend an Bedeutung. So werden einer aktuellen Untersuchung der Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton zufolge E-Payment-Anbieter wie PayPal oder das neue Konkurrenzprodukt Checkout von Google in zwei Jahren bereits rund 13 Milliarden Euro im deutschen Markt über ihre Systeme abwickeln. 2010 sollen die EPayment-Umsätze hierzulande sogar schon auf bis zu 40 Milliarden Euro steigen.

Gefahr für Kreditkartenanbieter

Durch das Vorpreschen der neuen Anbieter sieht Booz Allen Hamilton aber auch dunkle Wolken für die etablierten Finanzdienstleister herannahen. Sollten sie keine strategischen Gegenmaßnahmen ergreifen, würden sie schon bald in Bedrängnis gebracht. Denn bereits bis zum Jahr 2008 gehen ihnen 10 Prozent des Marktvolumens im Transaktionsgeschäft verloren, längerfristig ist nach Aussage der Studie ein Verlust von bis zu 30 Prozent möglich.

Einige Finanzdienstleister wie die Sparkassen- und Volksbanken-Organisation sowie die Postbank haben jedoch die Zeichen der Zeit erkannt und über ihre gemeinsame Lösung Giropay zumindest schon mal einen Schulterschluss mit PayPal vorgenommen. Sie ermöglicht Kunden in der gewohnten und vertrauten Umgebung des Online-Bankings ihres Kreditinstituts zu bezahlen.

Die an dem Projekt Beteiligten schielen hierbei vor allem auf die Mitglieder von eBay, die für die Abwicklung ihrer Transaktionen mit Giropay ein Online-Banking-Konto bei einer Bank oder Sparkasse benötigen.

Kampf um Marktanteile

„Drei bis vier Player teilen sich den Markt demnächst unter sich auf“, erwartet Roman Friedrich, Geschäftsführer und Telekommunikationsexperte bei Booz Allen Hamilton. „PayPal konnte in den USA binnen weniger Jahre mehr als 100 Millionen Nutzer für die Bezahlung per Mausklick gewinnen und ist damit als wichtiger Anbieter im E-Payment-Markt gesetzt. Google Checkout wird keine drei Jahre benötigen, um sich zu etablieren.“

Wer neben den beiden Giganten noch Platz in diesem gewaltigen Wachstumsmarkt hat, werde sich in den kommenden fünf Jahren zeigen. Vor allem sei es erforderlich, dass die neuen Dienste in großer Zahl Händler für sich gewinnen können. Gerade diese Anforderung ist nicht leicht zu erfüllen, weil die Webshops die Gebühren für die Transaktionen übernehmen müssen. Auf der anderen Seite profitieren die Online-Händler dann jedoch von der gesteigerten Nutzerfreundlichkeit und Reichweite der neuartigen Bezahldienste.

Und wie hart der Kampf um die Händlerkunden und das Geschäft mit dem elektronische Bezahlen gehen wird, zeigen schon die aktuellen Erscheinungen im Markt: Noch bevor der Ring richtig eröffnet wurde, hat die PayPal-Mutter eBay gegenüber dem neuen Konkurrenten Google deutlich Stellung bezogen und dessen Dienst Checkout auf die Liste der nicht zugelassenen Bezahlsysteme gesetzt. Begründet wird dieser Schritt damit, dass der neue Mitbewerber nicht ausreichend den eigenen Sicherheitsanforderungen entspreche.

Für den Kaiserslauterer Informatik-Professor Hendrik Speck verbirgt sich hinter dem plötzlichen Einstieg des Internet-Giganten in das E-Payment-Geschäft sowieso ein zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwarteter Vorstoß.

„Eigentlich ist das Notwehr“, begründet er den überraschenden Vorstoß der Suchmaschine. Denn „nachdem sich Googles direkter Konkurrent Yahoo mit eBay und Paypal zusammen getan hatte, blieb Google nichts anderes übrig.“

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Professor Hendrik Speck. 2007.

Prof. Hendrik Speck
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Department of Computer Sciences
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