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3sat. Das Internet vergisst nichts. Gregor Steinbrenner hat sich im Netz auf Spurensuche begeben. Vivo. 3sat. March 7, 2009, Video, 4:25min.

Das Internet vergisst nichts. Gregor Steinbrenner hat sich im Netz auf Spurensuche begeben.

Das Internet vergisst nichts. Gregor Steinbrenner will es wissen: Was steht über ihn im Internet? Auf welchen Seiten taucht er auf? Und wie bekommt er die ganzen Interneteinträge wieder weg? Kommunikationswissenschaftler Hendrik Speck, Professor für digitale Medien an der Fachhochschule Kaiserslautern, begibt sich mit Gregor Steinbrenner gemeinsam auf die Suche nach Spuren im Netz.

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Immer mehr Menschen stellen ihre persönlichen Daten ins Netz. Kaum einer weiß, was mit diesen Informationen passiert. Geraten sie in falsche Hände, kann es fatale Folgen haben. Gregor Steinbrenner macht den Selbstversuch: Wo im Netz tauchen Daten über ihn auf? Und kann er sie wieder entfernen? Der vivo-Reporter trifft einen Experten, der sich in den Tiefen des World Wide Web auskennt.

Hendrik Speck ist Professor für neue Medien an der Fachhochschule Kaiserslautern. Er gilt als Experte für Datensicherheit im Internet. Gregor Steinbrenner möchte wissen, welche Daten über ihn im Netz stehen. Gemeinsm mit dem Fachmann analysieren sie das Onlineprofil des vivo-Reporters. Mit Hilfe der Metasuchmaschine "yasni" finden sie erste Spuren. Die Suchmaschine sammelt Informationen aus verschiedenen Quellen. Darunter befinden sich beispielsweise Internetlexika, soziale Netzwerke, aber auch Verkaufsportale.

Einmal im Netz - immer im Netz

Sie werden schnell fündig. Für Gregor Steinbrenner findet "yasni" einige Einträge. Darunter Informationen im Onlinelexikon "wikipedia", Shoppinglisten bei dem Buchversand "amazon" und Verlinkungen auf Fotos aus uralten Zeiten. Sämtliche Informationen ob Bilder oder Daten, die Gregor Steinbrenner irgendwann mal zur Verfügung gestellt hat, unterliegen nicht mehr seiner Kontrolle. Auch bei den sozialen Netzwerken wie "myface", "studivz" ode "werkenntwen" gilt: Laut allgemeiner Geschäftsbedinungen behalten sich die Betreiber ein uneingeschränktes Verwertungsrecht der eingestellten Inhalte vor. Die Informationen werden zum Eigentum der jeweiligen Firma.

Geringes Risikobewusstsein der User

Die wenigsten Menschen machen sich Gedanken darüber, welche Folgen die Preisgabe ihrer Daten im Netz haben kann. Es gibt keine Differenzierung mehr zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit. Im Internet wird im Laufe der Zeit eine immense Profilierungsdichte erreicht. Im Netz finden sich viel mehr persönliche Daten, als bei Stellen wie Einwohnermeldeämtern, Gerichten oder der Polizei. Der gesetzliche Grundsatz "Vergeben und Vergessen“, der beispielsweise in der Löschung von Straftaten nach einer gewissen Zeit zum Einsatz kommt, gilt im Internet nicht. So kommt es immer wieder vor, dass User mit uralten persönlichen Daten konfrontiert und bewertet werden, die nicht mehr stimmen. Klassisches Beispiel: Personalchefs informieren sich vor der Einstellung im Internet über Bewerber und finden unseriöse Bilder oder Statements.

Daten lassen sich nur schwer begraben

Die Möglichkeiten, eigene Daten zu löschen, sind sehr begrenzt. Computerversierte User können versuchen, die Daten selbst zu löschen, oder man versucht, gegen den Verursacher direkt vorzugehen. Bei unerwünschten Informationen, die auf den Seiten sozialer Netzwerke landen, gibt es die Möglichkeit, den Betreiber anzuschreiben und um das Löschen der entsprechenden Seite zu bitten. Ansonsten gilt: Dem Negativen genug Positives voranstelle, denn die meisten User lesen nicht über den dritten angeboteten Link hinaus. So sind die negativen Daten zwar immer noch im Internet vorhanden, doch nicht auf den ersten Blick ersichtlich.

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Professor Hendrik Speck. 2007.

Prof. Hendrik Speck
University of Applied Sciences Kaiserslautern
Department of Computer Sciences
Amerikastrasse 1
66482 Zweibrücken
Germany

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